Im PBZ Retz wird Brei-Kost liebevoll angerichtet

27.04.2026

Im NÖ Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) wird Brei-Kost auch für das Auge serviert. Brei-Kost hat oft ein Imageproblem. Was medizinisch notwendig ist – etwa bei Kau- oder Schluckbeschwerden – wird schnell mit Verzicht, Monotonie und wenig Genuss verbunden. Doch im PBZ Retz wird gezeigt, dass die sogenannte Brei-Kost mehr kann. Sie wird liebevoll angerichtet, damit nicht nur den Appetit, sondern auch die Lebensqualität zu steigern. 

Der Ansatz ist so einfach wie wirkungsvoll: Statt Speisen einfach zu pürieren und formlos auf dem Teller zu servieren, wird die gleiche Mahlzeit wie bei „normaler“ Kost optisch nachgebildet. Karottenpüree wird in Form gebracht, Fleisch wird fein passiert und anschließend mithilfe von Silikonformen oder speziellen Techniken wieder in seine ursprüngliche Gestalt zurückgeführt. Das Ergebnis: Ein Teller, der aussieht wie ein klassisches Gericht – nur eben in weicher, leicht schluckbarer Konsistenz. 

„Das Auge isst mit“. Denn es zeigen auch Studien, dass ansprechend angerichtete Speisen die Nahrungsaufnahme verbessern können. Gerade ältere Menschen oder Bewohnerinnen und Bewohner mit neurologischen Erkrankungen profitieren davon. Sie essen mehr, haben weniger Angst vor dem Schlucken und erleben Mahlzeiten wieder als etwas Positives. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Speisen identisch mit der „Nicht-Brei-Kost“ bleiben. Das bedeutet, dass alle am Tisch dasselbe essen, nur in unterschiedlicher Konsistenz. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und verhindert das Gefühl des „Andersseins“, das viele Betroffene empfinden. 

Für die Umsetzung war es erforderlich, das Küchenpersonal zu schulen, da die Zubereitung Zeit und Kreativität benötigt, mitunter würden auch spezielle Hilfsmittel verwendet, wie Küchenleiter Andreas Wagner zum Ausdruck bringt. Das Küchenteam im PBZ Retz ist mit Eifer dabei, neue Kreationen zu entwickeln. „Die Investition lohnt sich, nicht nur gesundheitlich, sondern auch emotional“, berichtet interimistische Pflegedirektorin Astrid Günes.

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